Seelenpartner oder Epigenetik 

Dieses Artikel befasst sich mit Menschen, oft Frauen aber auch Männer , die in einer On-Off-Beziehung, langjährigen Affäre oder sehr schwierigen Beziehung stecken und sich nicht daraus lösen können.
In meiner Praxis erlebe ich , dass Klientinnen berichten, sie hätten einen Mann in ihrem Leben, den sie weder vergessen, noch mit ihm in eine Beziehung gehen können !
Es sind oft schon Jahre lange Affären in denen es kein vor oder zurück gibt , nichts scheint irgendwie zu funktionieren um sich abzulösen oder zusammen zu kommen . Diese Frauen warten auch oft sehr lange, bis es wieder zu einem Treffen oder Kontakt kommt mit diesem Menschen und vergessen dabei vollkommen ihren eigenen Wert oder Stolz. 
Sie beschäftigen sich mit Seelenpartnerschaft , Kartenlegen und der gleichen und haben keine Kraft mehr für eigene Ziele im Leben oder sich einer stabilen , glücklichen Beziehung zu einem anderen Mann zu öffnen. 
Ein vorankommen scheint unmöglich , solange dieser Mensch nicht im eigenen Leben erscheint !
Ist dieser Mensch / Mann dann mal da z.B. zu einem treffen , ist es für die betroffenen so als wäre alles endlich wieder in Ordnung, bis er wieder verschwindet. Dann geht das ganze warten und sehnen wieder von vorne los !
In den Genogrammen dieser Frauen findet sich in meiner Praxis oft in den vorherigen Generationen jemand der lange Zeit auf jemanden gewartet hat. Oft im Krieg, weil der Mann nicht mehr nachhause kam und kein Leichnam gefunden wurde. Diese Frauen hatten Kinder und blieben alleine zurück, sie heirateten oft danach wieder einen Mann, aber warteten im stillen doch noch, dass ER eines Tages wieder kommt oder sie wenigstens ein Lebenszeichen hören könnten  ! Das Leben ging mit dem zweiten Mann einfach weiter, denn damals wurde nicht gejammert oder über seelische Probleme gesprochen, auch die Männer die heim kamen konnten ihre traumatischen Erlebnisse aus dem Krieg nicht verarbeiten, sie waren froh wenn sie überlebten , wenn auch oft mit großen Wunden. Die zurückgebliebenen Frauen mussten in dieser Zeit stark sein. Für sich und die Kinder alleine sorgen und hoffen dass er wieder kommt und alles gut wird.
Wenn man sich in diese Frauen hinein versetzt, wie lange hat sie wohl  gewartet ? Hat sie die Hoffnung irgendwann aufgegeben , dass Er zurück kommt ? Wenn sie schon neu verheiratet war, was wäre gewesen wenn Er plötzlich nach vielen Jahren doch noch gekommen wäre ? Hätte sie ihren neuen Mann verlassen oder wäre sie geblieben , weil er sie mit Kindern so herzlich aufgenommen hat und selbst auch wieder Kinder mit ihr hatte ? 
Oder die Frau verliebte sich in einen Amerikaner, Polen usw.  er wurde wieder abgezogen in sein Heimatland, sie wurde von ihm schwanger und hat nie wieder von ihm gehört, konnte ihn aber auch nie vergessen , immer in der Hoffnung er kommt wieder . Auch sie haben danach wieder Beziehungen geführt aber im Herzen immer gehofft.
Der neue Mann kam aber nie so richtig an sie ran , sie wurden kalt und unnahbar, weil sie ihr Herz besetzt hielten.
Nun versuchen die Frauen, die heute in solch einer On-Off- Situation stecken, das Problem der Groß- oder Urgroßeltern  zu lösen, indem sie sich einen nicht verfügbaren Mann aussuchen und warten und hoffen, dass er sich wieder meldet oder kommt. Immer wenn der Kontakt zu diesem Menschen hergestellt ist überkommt sie eine große Freude ( so wie Uroma/Oma sich gefreut hätte, er lebt doch noch, er kommt wieder heim , er erinnert sich an mich ) .
Wenn ich diese Frauen frage, was wäre wenn er morgen mit Koffern vor der Türe steht und sein Leben mit ihnen teilen möchte, kommen nach erster Freude sofort Zweifel ob sie dies denn wirklich wollen! Denn auch bei Oma/Uroma hätte es in späterer Zeit nicht mehr ins Leben gepasst wenn er heim gekommen wäre , denn sie hatte schon eine neue Familie.
In der Geschichte (um die Zeugungszeit) dieser Frauen in meiner Praxis , drehte es sich auch immer um eine Affäre, entweder sie entstanden aus einer Affäre oder die Mutter hatte eine Affäre und glaubte das Kind könnte daraus entstanden sein, auch wenn es sich danach herausstellt (Vaterschaftstest) dass doch der Ehemann der Vater war .
Daran sieht man, dass auch die Mutter unbewusst schon das Problem des Stammbaums lösen wollte
 Es gilt nun, den Kreislauf zu beenden indem man sich in die Situation der Uroma/Oma versetzt , fühlt und versteht und die Geschichte bei ihr und für sie ruhen lässt. Dann kann ein neuer , freier Lebensabschnitt in einer glücklichen Partnerschaft beginnen mit einem Menschen der dazu auch bereit ist. 

Frei zu sein bedeutet nicht nur, seine eigenen Fesseln zu lösen, sondern ein Leben zu führen , dass auch die Freiheit anderer respektiert und fördert.
( Nelson Mandela )